Tiere brauchen Schutz

Film des Deutschen Tierschutzbundes:
Denkanstöße zum Tierschutz

 
 

 
 
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit und die unserer Mitgliedsvereine vor Ort und verhelfen Sie damit Tieren zu einem besseren Leben.

http://www.tierrechte.de/g/s/start/std/mft.gif

 

ENTWÜRDIGT!  ENTSTELLT!  ENTSORGT!

 

Tiere dürfen nicht länger Wegwerfartikel sein!

Rund 2,6 Millionen  Hunde, Katzen, Nager, Kaninchen, und Affen werden pro Jahr in deutschen Labors verbraucht. Ihr Erbgut wird manipuliert, sie werden aufgeschnitten, künstlich krank gemacht oder auch langsam qualvoll vergiftet. Wenn sie dann nicht mehr gebraucht werden, landen sie im Müll! Zum  Internationalen Tag des Versuchstieres rufen wir gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund alle deutschen und europäischen Politiker auf, sich für den Schutz von Versuchstieren stark zu machen.

Dieses Jahr wird die neue EU-Versuchstierrichtlinie verabschiedet und die Bundesregierung muss deren Bestimmungen anschließend durch eine Änderung des Tierschutzgesetzes in nationales Recht umsetzen. Die Verhandlungen über die neuen, EU-weit gültigen Regelungen zum Schutz von Versuchstieren sind weitestgehend abgeschlossen und das Ergebnis ist schockierend. Ob die nahezu ungezügelte Verwendung von Affen, ein fehlendes Gesetz, Tierversuche nur dann zu erlauben, wenn es keine anderen Versuchsmethoden gibt, das lasche Genehmigungsverfahren für Tierversuche oder die Klausel, dass Mitgliedstaaten neuerdings keine besseren nationalen Regelungen mehr fassen können als sie in den Mindestanforderungen der Europäischen Union formuliert sind: Der derzeit diskutierte Kompromisstext wurde im  Dezember  2009 veröffentlicht und ist nach unserer Meinung ein Rückschlag für den Tierschutz.

Nun besteht die Gefahr, dass die Bundesregierung auch bei der Umsetzung der neuen Versuchstierrichtlinie hierzulande keine Regelungen zulässt, die zum Schutz der Tiere schärfer formuliert sind als die der schwachen EU-Richtlinie.

 

Dies gilt es zu verhindern!

 

Wir, der Tierschutzverein Uelzen, fordern gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund, die Bundesregierung auf, bei der Umsetzung in nationales Recht die Mängel der neuen EU-Richtlinie auszubügeln und dem Staatsziel Tierschutz endlich Rechnung zu tragen!

Wenn nicht jetzt, wann dann sollen Maßnahmen ergriffen werden, dem millionenfachen Tierleid und –tod in den Labors zu begegnen? Wenn wir auf nationaler Ebene schärfere Gesetze fordern, wird immer mit dem drohenden Wettbewerbsnachteil argumentiert. Politiker, die jetzt verhindern, dass in der EU deutlich erhöhte Anforderungen an Tierversuche gestellt werden, sind Tierschutzbremser, so Wolfgang Roboom – und die Wähler sollten das „honorieren“.

 

Also,kommen Sie am 24. April, um  uns bei unseren oben genannten Forderungen zu unterstützen….Unterschriftenlisten liegen bei uns im Tierheim aus!

 

Botox

Mäuse leiden und sterben für Schönheitsmittel

 
 


Diese Mäuse wurden für einen Botox- Wirksamkeitstest in einem englischen Labor gehalten. © BUAV

Botolinum Toxin, besser bekannt unter Botox, findet als "Anti-Falten-Mittel" immer weitere Verbreitung. Mit dem starken Nervengift lassen sich Gesichtsfalten "wegspritzen", um so jugendlich auszusehen. Bakterien produzieren den Stoff, der die Signale zwischen Nerv und Muskel hemmt. Unter die Haut im Gesicht gespritzt lähmt es für etwa zwei bis sechs Monate die Muskeln, das Gesicht erscheint dadurch glatter.
 
Doch was vielen nicht bekannt ist: Für den Test jeder einzelnen Produktionseinheit Botox müssen mindestens 100 Mäuse sterben. Im Jahr sollen es 100.000 bis 300.000 Mäuse weltweit sein. Mindestens 50 Prozent des Mittels werden allein für kosmetische Zwecke eingesetzt - der Rest kommt als Medikament zum Einsatz, beispielsweise für die Behandlung von Spasmen, Muskelverkrampfungen, Schiefhals oder Augenkrankheiten. Das EU-weite Tierversuchsverbot greift hier nicht, da Botox rechtlich als Medikament angesehen wird.
 
 

Erstickungstod für Wirksamkeitstest



Die Mäuse werden nach dem LD50-Test entsorgt. © BUAV

Botox wird im LD50 Test geprüft - einem Tierversuch, der die Wirksamkeit des Stoffes anhand der Todesrate der Tiere misst. Bei dem grausamen Versuch wird ermittelt, bei welcher Dosis 50 Prozent der Mäuse sterben. Den Tieren wird Botox in die Bauchhöhle gespritzt. Sie reagieren mit Lähmungen und Sehstörungen bis sie schließlich durch die Lähmung des Atemmuskels ersticken. Dieser Todeskampf der Tiere kann bis zu vier Tage dauern.
 
Grundsätzlich darf laut Tierschutzgesetz ein solch qualvoller Tierversuch nur durchgeführt werden, wenn dies „von hervorragender Bedeutung für wesentliche Bedürfnisse von Mensch und Tier ist". Bei einer kosmetischen Anwendung ist das eindeutig nicht der Fall. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher, dass Botox nicht mehr für kosmetische Zwecke eingesetzt werden darf, solange der Tierversuch nicht durch tierversuchsfreie Methoden ersetzt werden kann. Bitte unterstützen Sie unseren Kampf gegen Tierversuche - jede Spende hilft uns bei unserem Einsatz für die Tiere.
 
 

Verdeckte Film-Aufnahmen in englischem Labor

Bei verdeckten Recherchen in einem englischen Auftragsforschungslabor hat die britische Tierschutzorganisation British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV) das Leiden der Mäuse bei den Botox-Tests gefilmt. Die Organisation Ärzte gegen Tierversuche und der Deutsche Tierschutzbund präsentieren den abschreckenden und aufklärenden Film in deutscher Fassung.
 
Achtung: Dieser Film zeigt Szenen, die für Kinder und sensible Menschen nicht geeignet sind.

 

Europäische Versuchstierrichtlinie

 
 

Die Überarbeitung der EU-Versuchstierrichtlinie ist auf europäischer Ebene fast abgeschlossen. Die Europäische Kommission hatte im November 2008 den ersten Entwurf einer neuen Richtlinie veröffentlicht, die zum Schutz von Tieren beitragen soll, die für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Sie sollte die derzeitigen, bereits 22 Jahre alten Vorschriften, ersetzen. Einige der Regelungen der Kommission hätten zu notwendigen Verbesserungen zum Schutz von Versuchstieren in der EU beigetragen, auch wenn sie aus Tierschutzsicht nicht weit genug gingen.
 
Doch die Inhalte des derzeit diskutierten Kompromisstextes bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Einige Regelungen, die nach langen Verhandlungen zwischen EU-Kommission, EU-Parlament, EU-Ministerrat und EU-Präsidentschaft im Dezember 2009 veröffentlicht wurden, bedeuten einen echten Rückschritt:
  • Primaten dürften weiterhin nahezu ungezügelt verwendet werden.
  • Verfügbare, tierversuchsfreie Methoden anstatt des Tierversuchs müssten nicht verbindlich angewendet werden.
  • Neuerdings dürften Mitgliedstaaten keine strengeren nationalen Regelungen mehr erlassen.
  • In Deutschland würde das schon jetzt viel zu lasche Genehmigungsverfahren für Tierversuche für einen Großteil der Versuche sogar noch vereinfacht werden.

Daher fordert der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit seinen Partnern in Deutschland und Europa erhebliche Nachbesserungen des vorliegenden Gesetzesentwurfs.
 
 

Die Rolle Deutschlands

Nicht nur das seit 2002 im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz sondern auch der Koalitionsvertrag verpflichtet die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene und in Deutschland für die Tiere einzusetzen. Doch ausgerechnet Deutschland hat in den zurückliegenden, monatelangen Verhandlungen dringend notwendige Regelungen gekippt oder ihnen die Zustimmung verweigert. Diese Blockadehaltung zeigt sich besonders beim Bundesforschungsministerium, das Tierschutz im Zusammenhang mit der EU-Versuchstierrichtlinie nur als Hindernis für die Forschungsfreiheit sieht.

Am 24. März 2010 hat der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages federführend über die EU-Versuchstierrichtlinie beraten. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen legte einen Antrag zur Nachbesserung der Richtlinie im Sinne des Tierschutzes vor, der jedoch leider abgelehnt wurde. Der Deutsche Tierschutzbund, der ihm angeschlossene Tierschutzverein für Berlin und die Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg hatten die Ausschusssitzung für eine gemeinsame Protestaktion vor dem Paul-Löbe-Haus genutzt.



(v.l.) Brigitte Jenner, Vorsitzende der Tierversuchsgegner Berlin-Brandenburg, Bärbel Höhn und Undine Kurth, Bundestagsabgeordnete der Grünen, Jörg Styrie, Bundesvorsitzender des Bund gegen Missbrauch der Tiere und Norbert Mauren vom Deutschen Tierschutzbund. Bild mit Klick vergrößern. © Deutscher Tierschutzbund/ Sabine Münch

 
 

Wir bleiben dran

Das gesamte Gesetzesverfahren wird vermutlich schon 2010 abgeschlossen sein. Bevor die Verhandlungsparteien offiziell dem derzeit diskutierten Kompromisstext zustimmen, werden wir weiterhin alles in unserer Macht stehende unternehmen, um wichtige Nachbesserungen durchzusetzen. Wir haben uns während des gesamten Verfahrens immer wieder beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für strengere EU-weite Regelungen eingesetzt. Die für diese Richtlinie zuständigen Ausschüsse des Bundesrates und Bundestages haben wir ebenfalls über unsere Forderungen informiert. Auf europäischer Ebene stehen wir, gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen Eurogroup for Animals und der European Coalition to End Animal Experiments, mit Vertretern des Europäischen Parlaments, des EU-Ministerrats und der EU-Kommission in Kontakt.

 
  Mehr zu diesem Thema:
EU-Versuchstierrichtlinie: Bundesforschungsministerium sieht Tierschutz nur als Hindernis
 
Pressemeldungen:
Versuchstierrichtlinie - Abstimmung im Ausschuss des Bundestages (24.03.10)
EU-Versuchstierrichtlinie: Bundesregierung muss letzte Chance für mehr Tierschutz ergreifen (02.03.10)
EU-Versuchstierrichtlinie: Persilschein für Tierversuche (15.12.09)
Forschungsministerium will Tierversuche - auch an Menschenaffen (09.12.09)
Neue EU-Versuchstierrichtlinie muss den Schutz der Tiere verbessern (20.11.09)
Ergebnis der EU-Abstimmung zu Tierversuchen (05.05.09)
EU-Abstimmung zu Tierversuchen (05.05.09)
EU-Parlament verhandelt über Tierversuche (30.03.09)
Europäische Bevölkerung votiert für besseren Schutz von Versuchtstieren (13.03.09)
EU-Versuchstierrichtlinie (12.02.09)
 
Weiterführende Links
Richtlinien-Entwurf des Europäischen Parlamentes und des Rates
Bericht des Europäischen Parlamentes über den Vorschlag fur eine Richtlinie zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (03.04.2009)
 
Downloads
EU-Versuchstierrichtlinie: Chance für mehr Tierschutz vertan (Artikel du und das tier 4/09, PDF)
Stellungnahme zum Vorschlag für eine EU-Versuchstierrichtlinie (Juli 2009, PDF)
 
 
© 2010 Deutscher Tierschutzbund e.V.

Weitere Themen
 
 
Unverwechselbar
Melden Sie Ihr Haustier beim Deutschen Haustierregister®.
Unverwechselbar
 
 
Legehennen - Leiden im Käfig
In der drangvollen Enge des Käfigs können sich die Hennen kaum bewegen.
Legehennen - Leiden im Käfig
 
 
Exoten
Privat lassen sich Echsen und Co nicht artgerecht halten.
Exoten
 
 
Die Tierschutzklage
Der Tierschutz ist als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Wie kommen die Tiere nun zu ihrem Recht?
Die Tierschutzklage
 
 
Glücksschweine leben anders
Millionen Mastschweine vegetieren in engen, dunklen Ställen bewegungslos dahin.
 
 
Glücksschweine leben anders
 
 
Zellkulturlabor
Mit zahlreichen Projekten im eigenen Zellkulturlabor leisten wir einen aktiven Beitrag zu einer Forschung ohne Tierversuche.
 
Zellkulturlabor